Im WorldWideWeb kursieren komische Anleitung zum Tausch des Kühlers beim T3. Da werden die Traversen, die das Reserveradwannenschanier bilden, kurzer Hand durch geflext. Bisher dachte ich mir "ok, wird seine Bewandnis haben". Seit kurzem weiß ich "totaler Quatsch".

Also, fangen wir an:

Als erstes sollte man den Bus auf Rampen fahren, ansonsten läuft es doch zwangsweise auf einen Einsatz der Flex hin. Das wollen wir aber nicht. Wenn der Bus dann oben steht, wird das Reserverad entfernt. Das trifft natürlich nur beim Bus mit Heckantrieb zu, wie es beim Syncro ausschaut - keine Ahnung. Weiterhin können wir jetzt schon mal beide Kühlergrill (oder Kühlergrille???) demontieren und die Batterie abklemmen.

Nun haben wir einen freien Blick auf den Kühlerlüfter (von unten), der seines Zeichens am Kühler (den sieht man von vorne und unten) verschraubt ist. Und wir erinnern uns, an den wollen wir ja gerne ran!

Wieder unter dem Auto widmen wir uns nun den besagten Traversen.  Diese bilden hinten die Schaniere für die Wanne. Wenn man nun genau das Ende betrachtet wird man unter Rost und Dreck jeweils eine Metallklammer erkennen:

Diese gilt es zu entfernen. Wenn das geschehen ist, kann man die Traversen zur jeweiligen Fahrzeugseite aus dem Lagerauge schieben. Eventuell bedarf es leichter Überzeugungsschläge mit einem Hammer und Durchschlag. VORSICHT! Die Reserveradwanne fällt einem logischer Weise auf die Rübe, wenn die Schaniere gelöst sind. Daher sollte man sie mit einem Rangierwagenheber oder ähnlichem Abstützen! Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Nun kommt der Clou: die Streben sind vorne am Prallelement eingehangen. Um sie daraus zu lösen, wird die linke Strebe um 180° nach links und das rechte nach rechts verdreht und dann nach unten geklappt. Wenn die Streben dann hängen, kann man sie ganz einfach aus haken. Ohne Flex. Nur mit der Hand. Komisch.           Ausgebaut sehen die Dinger dann so aus:


Nach dem wir uns eh schon unter dem Auto befinden, schrauben wir die beiden M6 Muttern ab, die die Leitungen zum Kühlerlüfter an diesem befestigen. Ein eventuell vorhandener Kabelbinder wird großzügig zerschnitten und das Kabel einwenig auf die Seite gelegt.


Weiter geht es mit dem rechten Kühlerhalter, diesen demontieren wir um besser an die dahinter liegenden Federschellen zu kommen. Die Wasserschläuche werden mit passendem Werkzeug abgeklemmt, damit sich der Kühlkreislauf nicht völlig entleert. Solltet ihr eh vor haben, die Kühlflüssigkeit komplett zu wechseln, erübrigt sich das natürlich.

Ein bereit stehender Eimer wird nun in Position gebracht. Nach dem Lösen der Federbandschellen werden die Schläuche zielgenau in diesen Eimer geführt und die austretende Flüssigkeit auf gefangen. Wenn der Kühler leer gelaufen ist, demontieren wir den linken Halter und ziehen den Kühler nach unten raus. Nun vor uns liegend wird er mit dem Neuteil (und wirklich nur ein Neuteil lohnt diesen Aufwand) verglichen.


Ist die erste Freude, den richtigen Kühler erstanden zu haben, verflogen, schraubt man die Kühlerzarge um. Dazu die 6 Schneidschrauben mit dem SW10er Kopf seitlich sowie die 2 Schneidschrauben mit dem Kreuzschlitzkopf unten abschrauben. Die Zarge auf den neuen Kühler legen und wieder verschrauben. Eventuell empfiehlt sich die Verwendung neuer Schrauben, das liegt allerdings bei euch. Nun noch den Thermoschalter an der Kühlerfront tauschen und der Einbau in umgekehrter Reihenfolge kann beginnen. Beim Einsetzen des Kühlers darauf achten, dass die 4 Gummischeiben an den Haltezapfen mit übernommen werden. Diese dienen der Schwingungstilgung.

Ist das Werk vollbracht, sollte es in etwa so aussehen:


Oben links am Kühler sieht man die Entlüfterschraube. Diese wird nun geöffnet und am Nachfüllbehälter im Motorraum Kühlwasser gemisch auf gefüllt. Ist dieser Behälter voll, starten wir nach dem Anklemmen der Batterie den Motor und behalten beim warmlaufen lassen den Kühlmittelstand im Behälter im Auge. Gegebenfalls füllen wir Flüssigkeit nach. Die Heizung sollte aus "warm" stehen und das Gebläse auf Stufe 2 laufen. Jetzt empfiehlt sich ein Helfer, der den Motor auf Drehzahl hält (ca. 2000Upm). Am Kühler schließen wir die Entlüfterschraube für einen kurzen Moment um sie dann wieder zu öffnen. Und zwar solange, bis blasenfreies Kühlwasser austritt. Ist dieser Fall eingetreten, wird die Schraube geschlossen, der Behälter auf gefüllt und mit dem blauen Deckel verschlossen. Nun kann Euer Helfer vom Gas gehen, den Motor abstellen und schon mal die Halle fegen, während ihr den Bus von den Rampen fahrt und euch auf die Probefahrt freut ;-)

Bei der fahrt auf die Kühltemperatur achten. Wird die Heizung warm? Wenn ja, freuen, dem Helfer danken und das Kapitel "Kühler tauschen" ist Geschichte...

Der Helfer und Bus Eigner:


Kühlerlüfter modifizieren


Der Kühlerlüfter im Bus ist von Werk aus eher durchschnittlich, was die Förderleistung betrifft.

So schaut er aus:





Aus dem Hause Audi gibt es einen Lüfter (Teilenummer  443 959 455 N) , der mit 500w und 7 Flügeln ein deutliches Plus an Förderleistung verspricht.

Hier zum Vergleich:





Hier schon sehr schön zu sehen, die Aufnahmen für die Kühlerzarge sind identisch, ein Umbau gestaltet sich erfreulich einfach. Der Umbau beschränkt sich auf das Lösen von 3 Muttern M6,SW10, Umstecken der Lüfter und festziehen der besagten Muttern.

Fertig sieht es dann so aus:




Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die Masseleitung des Lüfters ansich ausreichend dimensioniert ist, allerdings endet sie in der Zentralelektrik und dort ist der Querschnitt durch die Steckverbindung zu gering und somit der Widerstand zu groß ist. Bevor alles in Flammen steht, sollte man die Masseleitung direkt, ggF. zusätzlich, auf die Karosse legen.




Mein Fazit: der kann was!






Zur Startseite